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08 Mai, Freitag

Insight - Was Nordschleife und 24h Nürburgring für die Automobilindustrie bedeuten

Welche Rolle spielen die 24h Nürburgring für die Unternehmen der Automobilindustrie? Die Antwort liegt nicht allein zwischen Startaufstellung und Zielflagge, sondern vor allem in der Entwicklungsarbeit, die dem großen Ereignis vorausgeht. Denn bevor bei den ADAC RAVENOL 24h Nürburgring um Positionen gekämpft wird, ist die Nordschleife der zentrale Prüfstand für Performance unter realen...
Insight - Was Nordschleife und 24h Nürburgring für die Automobilindustrie bedeuten

08.05.2026

Welche Rolle spielen die 24h Nürburgring für die Unternehmen der Automobilindustrie? Die Antwort liegt nicht allein zwischen Startaufstellung und Zielflagge, sondern vor allem in der Entwicklungsarbeit, die dem großen Ereignis vorausgeht. Denn bevor bei den ADAC RAVENOL 24h Nürburgring um Positionen gekämpft wird, ist die Nordschleife der zentrale Prüfstand für Performance unter realen Extrembedingungen – und zugleich die Schnittstelle zwischen Entwicklung, Motorsport und Serienfahrzeug. Die einzigartige Kombination aus Länge, Streckencharakteristik und Witterung macht die Nordschleife zu einem Ort, an dem sich Motorsport, Industrie und Produktentwicklung unmittelbar miteinander verzahnen. Was hier besteht, bewährt sich nicht nur im Wettbewerb – sondern auch auf der Straße. „Die 24h Nürburgring sind eines der wichtigsten Motorsportereignisse weltweit“Christoph Sagemüller, Mercedes-AMG Motorsport Für Mercedes-AMG Motorsport sind die 24h Nürburgring dabei weit mehr als ein einzelnes Event. „Das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring ist für uns eines der wichtigsten Motorsportereignisse weltweit – nicht nur historisch, sondern vor allem strategisch“, erklärt Christoph Sagemüller, Leiter Mercedes-AMG Motorsport. Entscheidend sei dabei nicht allein das Ergebnis, sondern die Leistungsfähigkeit unter realen Bedingungen: „Gesamtsiege wie 2013 und 2016 sind für uns ein klarer Beleg für die Performance unserer Marke.“ Die Grundlage dafür entsteht auf der Strecke selbst. Die Nordschleife gilt als ultimativer Härtetest – und als Entwicklungsplattform zugleich. „Was hier funktioniert, funktioniert unter nahezu allen Bedingungen“, so Sagemüller. Die dort gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in Serienfahrzeuge ein – etwa in den Bereichen Fahrdynamik, Dauerhaltbarkeit und Performance unter Extrembedingungen. Motorsport und Serie sind dabei eng miteinander verzahnt: „Unser Anspruch ist es, Performance glaubwürdig von der Rennstrecke auf die Straße zu bringen.“ Die Test- und Entwicklungsarbeit findet für die Performance-Marke deshalb auch auf verschiedenen Ebenen statt. Im Rahmen der offiziellen Test- und Entwicklungsfahrten des Nürburgrings ist AMG bis zu 17 Wochen im Jahr auf der Nordschleife unterwegs. Eines der spektakulärsten Ergebnisse dieser Arbeit: der Mercedes-AMG ONE – bis heute im Rahmen der offiziellen Rekordfahrten des Nürburgrings das schnellste Serienfahrzeug auf der 20,832 Kilometer langen Nordschleife. Ebenfalls auf diesem legendären Asphalt entwickelt: der Mercedes-AMG GT 63 PRO, das sogenannte „Beast of the Green Hell“. Mit dem Fahrzeug werden bis heute im Rahmen der Co-Pilot-Fahrten des Nürburgrings Besucher aus der ganzen Welt von erfahrenen Rennfahrern über die Nordschleife pilotiert – ein direkter Transfer von Entwicklung in ein erlebbares Markenerlebnis. „Eine Ölmarke, die auf der Nordschleife performt, ist mehr als alltagstauglich“Martin Huning, RAVENOL  Auch für Zulieferer sind die Nordschleife sowie die Test- und Entwicklungsfahrten zentraler Bestandteil der Arbeit. RAVENOL nutzt die Strecke gezielt, um Produkte unter realen Bedingungen zu testen und zu optimieren. „Wir entwickeln permanent neue Produkte und möchten diese genau dort erproben, wo sie später auch eingesetzt werden“, erklärt Martin Huning, Direktor Motorsport bei RAVENOL. Der Nürburgring ist dabei weit mehr als nur Teststrecke: „Jeder weiß um die besonderen Herausforderungen der Nordschleife. Eine Ölmarke, die hier performt, ist mehr als alltagstauglich.“ Die enge Verbindung zwischen Testen und Wettbewerb zeigt sich insbesondere im Umfeld der 24h Nürburgring. Als Titelpartner ist RAVENOL fest verankert und betreut beim legendären Rennen einen großen Teil der Fahrzeuge. „Neben einem eingespielten Team und erfahrenen Fahrern braucht es vor allem ein zuverlässiges Gesamtpaket – und dazu gehören auch die richtigen Betriebsstoffe“, so Huning. „Die Nordschleife testet Fahrzeug, Fahrer und Reifen gleichzeitig“Marco Lo Prato, Goodyear  Eine ähnliche Perspektive nimmt Goodyear ein, dessen Reifen unter extremen Bedingungen ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen müssen. Für den Reifenhersteller steht bei den 24h Nürburgring vor allem die Konstanz im Fokus. „Es geht nicht darum, für wenige Runden maximale Performance zu liefern, sondern über 24 Stunden hinweg Verlässlichkeit und Vertrauen zu schaffen“, erklärt Marco Lo Prato, Manager Global Communications – Racing bei Goodyear. Die Nordschleife fungiert dabei als „lebendes Labor“, in dem sich Technologien unter realen Extrembedingungen beweisen müssen. „Sie testet alles gleichzeitig – Fahrzeug, Fahrer und Reifen“, so Lo Prato. Genau diese Anforderungen machen den Nürburgring zur Benchmark, die weit über den Motorsport hinausreicht: „Die Erkenntnisse aus dem Rennsport fließen direkt in unsere Serienprodukte ein. Was hier funktioniert, schafft Vertrauen – auch im Alltag.“ Die Nordschleife als Maßstab der Entwicklung Dass selbst erfahrene Teams und Hersteller jedes Jahr erneut gezielt auf der Nordschleife testen, ist kein Zufall. Mit ihren 73 Kurven, Steigungen und Gefällen sowie einer abwechslungsreichen Mischung aus technischen Passagen und High-Speed-Abschnitten stellt die Nordschleife Fahrer, Fahrzeug und Technik vor immer neue Herausforderungen. Hinzu kommt die besondere Herausforderung der 24h Nürburgring selbst: dichter Verkehr mit Fahrzeugen unterschiedlichster Leistungsklassen, wechselnde Bedingungen bei Tag und Nacht sowie eine Renndistanz, die höchste Präzision und Zuverlässigkeit erfordert. „Die Nordschleife stellt jedes Jahr neue Anforderungen, deshalb ist eine gezielte Vorbereitung unverzichtbar“, betont Sagemüller. Für alle Beteiligten gilt dabei derselbe Grundsatz: Erfolg entsteht nicht während der 24h Nürburgring, sondern in den Wochen und Monaten zuvor – auf der Strecke, im Testbetrieb und in der kontinuierlichen Weiterentwicklung. Damit wird deutlich: Die 24h Nürburgring sind nicht nur ein sportlicher Höhepunkt, sondern auch die sichtbarste Spitze eines umfassenden Entwicklungsprozesses. Die Nordschleife bildet dabei die Schnittstelle zwischen Motorsport, Industrie und Serienprodukt – ein Sieg bei den 24h Nürburgring und eine erfolgreiche Rekordfahrt stehen dabei vor allem für eines: weltweite Anerkennung und Sichtbarkeit. Oder, wie es im Kontext der Entwicklungsarbeit seit jeher heißt:„Jeder lobt, was Nürburgring-erprobt.“

Zwischen Geheimhaltung und globaler Strahlkraft

27.01.2026

Seit Jahrzehnten ist der Nürburgring die Test- und Entwicklungsplattform der internationalen Automobilindustrie. Im Rahmen der „Test- und Entwicklungsfahrten“ nutzen Hersteller und Zulieferer die Nordschleife, um Fahrzeuge und Komponenten unter realen Extrembedingungen zu erproben und zu optimieren – auf der anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt. Im Interview erklären die beiden Geschäftsführer des Nürburgrings, Christian Stephani und Ingo Böder, wie Testen, Geheimhaltung und weltweite Strahlkraft am Nürburgring zusammengehen: Viele haben schon einmal vom umgangssprachlich so genannten „Industriepool“ am Nürburgring gehört – aber was wirklich dahinter steckt, wissen die wenigsten…Ingo Böder: Dahinter stecken offiziell die „Nürburgring Test- und Entwicklungsfahrten“ – ein Zusammenschluss des Nürburgrings mit den Automobilherstellern und Zulieferern der Automobilindustrie, die ihre Fahrzeuge und Produkte am Nürburgring gezielt testen und weiterentwickeln. Über das Jahr verteilt stellen wir hierfür insgesamt 17 Wochen lang exklusiv die Nordschleife zur Verfügung. Das ist kein Marketingevent, sondern echte Ingenieursarbeit. Hier wird geprüft, verfeinert und verbessert – von Fahrwerk bis Software. Man kann sagen: Die Nordschleife ist das längste Labor der Automobilindustrie unter freiem Himmel. Warum ist der Nürburgring für die Fahrzeugentwicklung bis heute so bedeutend?Christian Stephani: Weil die Nordschleife alles bietet, was ein Fahrzeug im Alltag und im Grenzbereich erleben kann – nur konzentrierter. Unsere Strecke liefert die ideale Basis: Rund 21 Kilometer, 73 Kurven, bis zu 18 Prozent Steigung, 11 Prozent Gefälle, wechselnde Asphaltarten und Witterungsbedingungen. Ein gefahrener Kilometer Nordschleife entspricht in der Belastung des Fahrzeugs bis zu zwanzig Kilometern auf normalen Straßen. Hier werden Schwachstellen ausgemerzt und Potenziale gefunden, bevor das Auto in Produktion geht und somit in die Hände der Kunden. Ein Produkt, das auf der Nordschleife besteht, besteht auf jeder anderen Straße. Deshalb ist auch nahezu jedes Fahrzeug oder zumindest eine der verbauten Komponenten auf der Nordschleife getestet worden. Und daher kommt auch der Leitspruch: „Jeder lobt, was Nürburgring-erprobt“, der bereits in den Anfängen unserer Rennstrecke so formuliert wurde und bis heute gilt. Wie muss man sich diese Test- und Entwicklungswochen konkret vorstellen?Ingo Böder: Während der Test- und Entwicklungswochen kommen die Hersteller mit ihren Entwicklungsfahrzeugen und Teams an den Nürburgring. Fahrer, Ingenieure, Datentechniker und Mechatroniker arbeiten hier Hand in Hand. In dieser Zeit entsteht ein kleines, hochspezialisiertes Ökosystem – und damit auch ein wirtschaftlicher Impuls für die Region. Viele Hersteller haben in den angrenzenden Gewerbegebieten eigene Stützpunkte eingerichtet, in denen die Fahrzeuge vorbereitet und analysiert werden, wenn sie nicht auf der Strecke unterwegs sind.Dreh- und Angelpunkt der Testarbeit auf der Nordschleife ist das Gebäude der sogenannten „T13“ und der operative Bereich vor dieser ehemaligen Tribüne, die dem ganzen Areal bisher seinen Namen gab. Technische Betreuung, Datenauswertung, Abstimmung und Start der Testfahrten laufen hier zusammen. Hier sind die Teams stationiert, die im Hintergrund die Entwicklungsarbeit begleiten. Deshalb werden wir diesen Bereich über den Winter auch deutlich aufwerten. Was bedeutet die Aufwertung der „T13“?Christian Stephani: Wir möchten der Arbeit, die dort geleistet wird, einen entsprechenden Rahmen bieten. Immerhin kommt hier – von der Außenwelt abgeschirmt – von der internationalen Ingenieurskunst bis zur Mobilität der Zukunft vieles zusammen, was die hochwertigen Produkte der Automobil- und Zuliefererindustrie ausmacht. Die Test- und Entwicklungsfahrten waren auch einer der Gründe, warum wir mit der vollständigen Digitalisierung der Nordschleife die Sicherheit auf ein neues Niveau gehoben haben. Für unsere Industriepartner bedeutet das: mehr Sicherheit, mehr Effizienz und langfristig stabile Rahmenbedingungen für die Test- und Entwicklungswochen auf einer Strecke, die in Teilen uneinsehbar und extrem anspruchsvoll ist.Nun steht die „T13“ im Fokus: Nach der bereits erfolgten Ausstattung der ehemaligen Tribüne mit Photovoltaik und der Installation von Schnellladesäulen durch unseren Partner AVIA gehen wir die nächsten Schritte der Weiterentwicklung. In den nächsten Wochen sollen die Arbeitsbedingungen vor Ort für die Mitarbeiter der Unternehmen verbessert werden. Dazu werden die Räumlichkeiten des Gebäudes komplett entkernt und modernisiert. Darüber hinaus wird der Asphalt im Bereich der „T13“ erneuert und auch die Außendarstellung soll dem Thema in Zukunft gerecht werden. Wie sieht diese Außendarstellung aus und wie verträgt sich das mit der geheimen Entwicklungsarbeit, die dort geleistet wird?Ingo Böder: Wir wollen, dass von außen sichtbar wird, was hier geschieht – nämlich Test- und Entwicklungsarbeit auf höchstem Niveau. Wir erzählen die Geschichte der Fahrzeugentwicklung auf der Nordschleife, nicht die Geheimnisse der Hersteller. Jeder weiß, dass hier entwickelt und getestet wird – das ist Teil der DNA des Nürburgrings. Wir möchten diese Geschichte als Teil unserer Wertschätzung erzählen – ohne Betriebsgeheimnisse zu berühren oder die Vertraulichkeit der Arbeit zu verletzen.Das soll auch in der optischen Umsetzung des Gebäudes aufgegriffen werden. Teil davon ist ein neues Naming: „Test & Performance Center | T13“, das gut sichtbar platziert wird. Damit werden wir dem Thema gerecht, ohne die historische Vergangenheit – also die Wurzeln des Gebäudes als ehemalige Tribüne – zu vernachlässigen. Und auch der Leitspruch „Jeder lobt, was Nürburgring-erprobt“ wird hier seinen Platz finden. Ein spannender Spagat: Während die Testfahrten im Verborgenen stattfinden, sind die Rekordfahrten auf der Nordschleife weltweit sichtbar…Christian Stephani: Absolut und das eine ist die Basis des anderen. Auf der Nordschleife merkst du einfach, was dein Auto kann. Deshalb steckt hinter jeder Rekordrunde intensive Entwicklungsarbeit – oft genau hier bei den Test- und Entwicklungsfahrten. Diese liefern die Grundlage, um die Fahrzeuge später auf der weltweiten Bühne zu präsentieren. Eine schnelle Runde auf der Nordschleife ist das sichtbarste Qualitätsversprechen, das ein Hersteller geben kann. Wenn ein Auto hier besteht, dann hat es sich bewiesen – technisch, emotional und kommunikativ. Haben sich durch die immer internationaler werdende Kommunikation auch die Test- und Entwicklungsfahrten verändert?Christian Stephani: Die Mitglieder der Test- und Entwicklungsfahrten sind internationaler denn je. Neben den großen deutschen und europäischen Marken sind inzwischen auch Hersteller aus Asien und Amerika fester Bestandteil – oft hat dies auch seinen Ursprung darin, dass diese Unternehmen eine schnelle Runde auf der Nordschleife fahren und kommunizieren möchten. Dies ist ohne Entwicklungsarbeit auf der Strecke aber schlichtweg unmöglich. Ford, BYD oder Xiaomi sind die jüngsten Beispiele dafür, dass der Nürburgring weltweit ein anerkanntes Qualitätssiegel für erfolgreiche Entwicklungsarbeit ist und sich auch hervorragend als Kommunikationsplattform eignet. Erst testen und entwickeln, dann eine offizielle Rekordrunde in Angriff nehmen – diese Reihenfolge gilt für alle. Für die weltweite Kommunikation wird also am Nürburgring der Grundstein gelegt. Deshalb die abschließende Frage: Was macht die Test- und Entwicklungsfahrten sowie die Zusammenarbeit hier vor Ort aus Sicht des Nürburgrings so besonders? Ingo Böder: Die Test- und Entwicklungsfahrten stehen für die DNA des Nürburgrings – und umgekehrt. Genauso gibt es eine gegenseitige Faszination und einen gegenseitigen Respekt – für die Strecke und die Arbeit des Nürburgrings auf der einen Seite und für die Ingenieurskunst und das Produkt des Herstellers auf der anderen. Und deshalb werden auch die Durchführung und die Rahmenbedingungen der Test- und Entwicklungsfahrten stetig weiterentwickelt – oft Hand in Hand, für mehr Effizienz, Sicherheit und ein gutes Arbeitsumfeld. Und ganz am Ende wird hier auf den 20,832 Kilometern der Nordschleife etwas geschaffen, mit dem Millionen Menschen weltweit in Berührung kommen und darauf vertrauen, dass es einfach funktioniert. Das ist das, was uns begeistert.

Rekordjagd auf der Nordschleife – die offiziellen Bestzeiten 2025

11.12.2025

Vierzehn offizielle Rundenzeiten in elf Fahrzeugkategorien – vom elektrischen Prototypen bis zum seriennahen Touring-Kombi. Bei den offiziellen Rekordfahrten 2025 stellten sich wieder verschiedenste Hersteller und Fahrzeuge der Herausforderung Nordschleife. Die schnellste Runde des Jahres ging dabei nach China, die wohl außergewöhnlichste in die USA – und der Allzeitrekord bleibt in Deutschland. Im Rahmen der offiziellen Nürburgring Rekordfahrten wird jedes Jahr die Leistungsfähigkeit verschiedenster Fahrzeuge am Nürburgring unter Beweis gestellt. Das Terrain: Die legendäre Nordschleife. Mit 20,832 Kilometern Länge, über 300 Metern Höhenunterschied und 73 Kurven pro Runde gilt sie weltweit als einer der härtesten Prüfsteine der Automobilwelt. Sie ist der unerbittliche Gratmesser für jedes Fahrzeug – ganz gleich ob Prototyp, Serienmodell, Verbrenner oder Elektro. Hier bedeutet Performance nicht nur Geschwindigkeit, sondern absolute Belastbarkeit unter Extrembedingungen. Die Rekordfahrten finden unter festgelegten Bedingungen statt. Mit geeichter Messtechnik, unter Aufsicht des TÜV Rheinland und eines Notars sowie geordnet nach den Fahrzeugsegmenten des Kraftfahrt-Bundesamtes. 20 Rekordslots – 14 offiziell kommunizierte Zeiten20 sogenannte Rekordslots – exklusiv durch die Unternehmen angemietete Zeitfenster für die Rekordversuche mit einer Dauer bis zu einem ganzen Tag – sind 2025 dokumentiert. In die Kommunikation schafften es am Ende 14 Fahrzeuge und Zeiten – von elektrischen Supersportlern über leistungsstarke Kombis bis hin zu spektakulären Prototypen. Letztere machen in der Gesamtübersicht des Jahres auch gleichzeitig die meisten der offiziell gemessenen und kommunizierten Zeiten aus. Gleich sieben Fahrzeuge konnten in 2025 in der Kategorie Prototypen / Vorserienmodelle die Leistungsfähigkeit notariell beurkundet nachweisen. Prototyp aus China mit schnellster Zeit des Jahres – Allzeitrekord bleibt bestehenAngeführt wird das Jahresranking der Rekordfahrten vom Xiaomi SU7 Ultra Prototype, der am 01. April des Jahres von David Pittard in 6.22.091 Minuten über die Nordschleife pilotiert wurde. Somit geht die schnellste Zeit 2025 an das chinesische Elektroauto. Auch die zweitschnellste Zeit kommt aus der gleichen Kategorie. Das Fahrzeug selbst bot wohl den ungewöhnlichsten Anblick des Jahres: Der Ford F-150 Lightning SuperTruck. Das vollelektrische Fahrzeug aus dem Ford Performance Demonstrator-Programm benötigte mit Romain Dumas am Steuer im August des Jahres lediglich 6:43.482 Min für eine Runde. Nur sechs Sekunden langsamer war im Juni Drew Cattell mit der Chevrolet Corvette ZR1X (6:49.275 Minuten). Die schnellste im Rahmen einer offiziellen Rekordfahrt gemessene Runde bleibt hingegen auch 2025 unangetastet und hat somit nun seit sieben Jahren Bestand. Die 2018 gefahrene Fabelzeit von 5:19.546 Minuten, die Timo Bernhard mit dem Porsche 919 Hybrid Evo in den Asphalt der Nordschleife brannte. Drei Mal unter sieben Minuten in der Sportwagen-KategorieIn der Kategorie Sportwagen (Verbrenner) blieben 2025 gleich drei Modelle unter der magischen Sieben-Minuten-Marke und stellten damit ihre hohe Performance und fahrdynamische Präzision unter Beweis. Schnellster war 2025 hier der Ford Mustang GTD, der am 09. April 2025 von Dirk Müller in 6:52.072 Minuten über die Messlinie gebracht wurde. Nur wenige Zehntel dahinter folgt der Porsche 911 GT3 (992.2) mit Manthey Performance Kit, gesteuert vom frisch gekürten DTM-Champion Ayhancan Güven, mit einer gemessenen Zeit von 6:52.981 Minuten. Komplettiert wird das Trio durch den Porsche 911 GT3, gefahren von Jörg Bergmeister, der am 08. April 2025 eine Zeit von 6:56.294 Minuten erzielte. Schnellstes Fahrzeug in der Kategorie ist weiterhin der Porsche 991 GT2 RS mit Manthey Performance Kit, mit dem Lars Kern 2021 lediglich 6:43.300 Minuten für eine Runde brauchte. Und auch das schnellste Straßenfahrzeug aller Zeiten bleibt damit auf seinem Thron: der Mercedes-AMG ONE (6:29.090 | Kategorie Supersportwagen (Verbrenner) | Fahrer Maro Engel | gefahren 2024). Schnellster Kombi und schnellster Kompaktwagen aller Zeiten aus dem Hause BMWIn gleich zwei Verbrenner-Kategorien durfte sich BMW 2025 in die offiziellen Rekordlisten des Nürburgrings eintragen. Jeweils mit Jörg Weidinger am Steuer schaffte es zunächst der BMW M2 CS mit 7:25.534 Minuten an die Spitze der Kompaktklasse und anschließend der BMW M3 CS Touring in die Rangliste der Mittelklassewagen. Letzterer wurde durch die Zeit klassenübergreifend zum schnellsten „Kombi“ auf der legendären Nordschleife. Zwei weitere Serienfahrzeuge sicherten sich ihre Plätze bei den Elektro-angetriebenen Mobilen. So konnte sich der Xiaomi SU7 Ultra mit Track Package (Fahrer: Vincent Radermecker) und einer Zeit von 7:04.957 Minuten an die Spitze der Oberklasse-Kategorie (Elektro) setzen. Der YANGWANG U9 Xtreme – Kategorie: Supersportwagen (Elektro) – mit Moritz Kranz am Steuer durchbrach die 7-Minuten-Mauer und überquerte nach genau 6:59.157 Minuten die offizielle Messlinie. Rekordfahrten als weltweit sichtbares Ergebnis intensiver Entwicklung„Die offiziellen Rekordfahrten sind weit mehr als ein medienwirksames Format: Sie stehen am Ende eines langen technischen Entwicklungsprozesses und machen die Ingenieursleistung und die Leistungsfähigkeit moderner Fahrzeuge sichtbar“, erklärt Nürburgring-Geschäftsführer Christian Stephani. „Viele Unternehmen entwickeln ihre Fahrzeuge und Komponenten seit Jahren auf der Nordschleife – oft fernab der Öffentlichkeit. Die Rekordfahrten sind das gut sichtbare Resultat dieser intensiven Arbeit. Die Vielfalt der offiziell gemessenen Rundenzeiten 2025 zeigt eindrucksvoll, welche Rolle die Nordschleife für Hersteller weltweit spielt – als Bühne, als Prüfstein und als Entwicklungslabor.“ ➡️ Hier geht es zu allen Rekorden.