Zwanenburg und Luyckx krönen sich zu den Nürburgring-Drift-Cup-Champions 2026

09.09.2026

Freude, Hochspannung und beste Wetterbedingungen – all das bot der Nürburgring Drift Cup 2026. Unter strahlend blauem Himmel hüllten die Piloten die berühmte Müllenbachschleife ein letztes Mal für dieses Jahr in dichten Reifenqualm. Am Ende eines packenden Wochenendes triumphierten Roene Zwanenburg (PRO) und Janis Spohner (OPEN) in den Tageswertungen, während sich Zwanenburg und Cedric Luyckx die begehrten Meisterschaftskronen aufsetzten.

Besonders in der PRO-Klasse blieb die Besetzung des Meisterschaftspodiums bis zur letzten Sekunde offen. Dylan Mougenot und Niels Visser beendeten die Saison punktgleich, wobei Visser der zweite Platz in der Gesamtwertung zugesprochen wurde, da er einen Saisonlauf gewonnen hatte.

Ganz oben auf dem Treppchen stand jedoch Roene Zwanenburg, der eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich hat. „Wir hatten vergangenes Jahr einige Schwierigkeiten im Wettbewerb, sicherten uns aber dennoch den dritten Gesamtrang“, erklärte der frischgebackene Champion. „Dieses Jahr haben wir das Auto kontinuierlich verbessert. Gestern haben wir noch bis vier Uhr morgens am Getriebe geschraubt, um für das Event bereit zu sein. Das Team hat bei Nachtschichten alles gegeben, um noch mehr Grip zu finden. Heute war das Auto absolut perfekt auf den Punkt abgestimmt.“

Der Weg zum PRO-Titel: Zwanenburg dominiert im BMW
Zwanenburg setzte seiner Meisterschaft die Krone mit einem grandiosen Sieg beim Saisonfinale auf. Mit seinem markanten, 650 PS starken BMW E46 bewies er bereits in der Qualifikation Nervenstärke. In der Runde der besten 32 setzte er sich souverän gegen Steve Rinsoz durch, bevor er im Achtelfinale auf Janis Spohner traf, der an diesem Wochenende mutig in beiden Klassen antrat. Spohner, als Leader im Duell, leistete sich in der Kehre einen Fehler und räumte einen Kegel ab. Im darauffolgenden Durchlauf touchierte er Zwanenburg aufgrund eines ungünstigen Winkels leicht, was dem Niederländer den Weg in die Top 8 ebnete.

Dort profitierte Zwanenburg von einem Dreher seines Kontrahenten Gregoire Du Pasquier, bevor er im Halbfinale auf Kenneth Konz und dessen brachialen Mazda MX5 LSX Turbo mit 1.400 PS traf. Während Zwanenburg seine Linie fehlerfrei traf, landete Konz in der Zufahrt zum Kreisel im Kiesbett. Konz musste sich im anschließenden Kampf um Platz drei schließlich Hendrickx Kain geschlagen geben.

Im großen Finale wartete Jan-Eric Seeber, der mit seinem auffälligen "Säbelzahntiger"-Folien-Design antrat. Dieser biss sich sprichwörtlich die Zähne an Zwanenburg aus. Nachdem Seeber in der Goodyear-Kurve kurzzeitig die Strecke verlassen hatte, zwang ihn letztlich ein Kupplungsschaden zur vorzeitigen Aufgabe. Zwanenburg wollte die Fans am Nürburgring jedoch nicht mit einem kampflosen Finale in die Winterpause verabschieden. Er lieferte eine spektakuläre, qualmende Solo-Runde mit maximalem Drift-Winkel, die das Publikum ins Staunen versetzte.

Seeber, der den Lauf nach dem technisch bedingten Ausfall beendete, gab sich dennoch positiv: „Für mich war es der erste Lauf in diesem Jahr mit dem neuen Auto“, resümierte er zufrieden. „Es war ein toller erster Einsatz. Dass wir im Finale die Kupplung verloren haben, zeigt nur, dass wir noch ein wenig Feinabstimmung betreiben müssen. Die Auszeichnung als aufregendster Fahrer ist jedoch etwas Balsam für meine Seele.“

OPEN-Klasse: Spohners Testlauf endet mit dem Tagessieg
In der OPEN-Klasse sorgte Spohner für Furore. Eigentlich hatte er nach dem zweiten Saisonlauf nicht geplant, noch einmal in beiden Kategorien an den Start zu gehen, doch er gab sich dem Nürburgring Drift Cup hin.

„Es war das letzte Rennen der Saison und wir hatten viel am Auto verändert“, erklärte der Deutsche seine Entscheidung. „Ich wollte das Fahrzeug vor der nächsten Saison einfach noch einmal unter Wettbewerbsbedingungen testen. Unterm Strich war es die absolut richtige Entscheidung und hat extrem viel Spaß gemacht.“

Auf seinem Weg ins Finale profitierte Spohner von seiner Konstanz. Im Halbfinale lieferte sich Kevin Paefgen einen intensiven Zweikampf mit ihm. Paefgen zeigte hier den besten Chase-Run des Wochenendes in der CLUB‐Kategorie. Dennoch zog Spohner ins Finale ein, während sich Paefgen im kleinen Finale erfolgreich gegen Jan Gerrit Toonen durchsetzte und sich das Podium sicherte.

Das Finale zwischen Spohner und seinem Kontrahenten Randy Congedo verlangte den Juroren alles ab. Judge Jo Lammens hielt es kaum auf seinem Sitz. Am Ende wurde Spohner aufgrund des besseren Leadruns zum Sieger gekürt, wie Tiziano Colpaert erklärte.

Auch wenn der Deutsche das finale Wochenende gewann, galt der Applaus der gesamten Saison Luyckx in seiner spektakulären BMW 130 "Diesellok". Zwar musste er sich beim Finale bereits in den Top 16 aufgrund massiver technischer Probleme verabschieden, der Punktevorsprung reichte jedoch für den Meisterschaftstitel.
„Wir hatten zu viel Gegendruck im Zylinderkopf und schließlich versagte auch noch das Getriebe“, analysierte Luyckx das Pech am Finaltag nüchtern. Die Freude über den Gesamtsieg überwog jedoch bei Weitem: „Ich bin überglücklich. Vor zehn Jahren habe ich davon geträumt, jetzt fahre ich seit zwei Jahren in der Meisterschaft mit und habe direkt den Titel geholt. Das ist ein fantastisches Gefühl.“

Ein positives Fazit des Veranstalters
Auch Organisator Andy Jaenen zog eine äußerst positive Bilanz für das Jahr 2026: „Ich bin mit dem fahrerischen Niveau unglaublich zufrieden. Wir haben fantastische Zweikämpfe gesehen. Für die letzten beiden Runden haben wir das Streckenlayout leicht modifiziert, was wunderbar funktioniert und die Show noch besser gemacht hat. Besonders freut mich, dass immer mehr Zuschauer den Weg zu uns finden. Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Der Nürburgring Drift Cup 2026 ist damit in den Büchern, doch der Promoter Skylimit Events wird keine Pause einlegen. Im Herbst und Winter werden sich Jaenen und sein Team auf die Saison 2027 vorbereiten, in der der legendäre Nürburgring wieder zu einer der spektakulärsten Driftarenen in Europa verwandelt werden wird.