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Kategorie: 2017
13.07.2017

Jahre des Wandels

  • Ab 1981 wurde die moderne Grand-Prix-Strecke gebaut
  • Vergangenheit begegnet Zukunft: Senna gewann das Eröffnungsrennen vor Lauda
  • Seit den 80er Jahren am Ring: DTM, Truck-Grand-Prix, Rock am Ring und mehr

 

Nürburg. Die 80er Jahre waren eine großartige Zeit für Motorsportfans am Nürburgring. Die Meisterschaften waren voller faszinierender Autos, in denen echte Fahrerpersönlichkeiten am Lenkrad drehten. Piquet, Rosberg und Lauda in der Formel 1 sowie Mass, Ickx und der unvergessene Bellof in der Sportwagen-WM prägten das internationale Geschehen. In der äußerst vitalen deutschen Szene begeisterten Piloten wie Asch, Grohs, Thiim und Ludwig mit mitreißendem Tourenwagensport. Gleichzeitig erlebte die Eifelstrecke, die sich ohnehin schon immer im stetigen Wandel befand, in dieser Dekade viele Neuerungen. Den größten Einschnitt stellten die Umbaumaßnahmen dar, die im November 1981 begannen. Der Bau der modernen Grand-Prix-Strecke markierte den endgültigen Abschied vom ursprünglichen Layout und den Beginn einer neuen Zeit: Mit modernen, zuschauerfreundlichen Anlagen, hohen Sicherheitsstandards und einer exzellenten Infrastruktur machte sich der Ring fit für die Zukunft, die viele neue, spannende Veranstaltungen mit sich brachte.

 

Der Umbau des Rings war tatsächlich tiefgreifend. Im Bereich der alten Südschleife entstand eine moderne Rennstrecke auf dem neuesten Stand der Technik. Große Auslaufzonen, Videoüberwachung rund um den Kurs, Rettungsstraßen – all das hatte es zuvor nicht gegeben. Das Rennleitungs- und Boxengebäude gleich neben dem großzügig dimensionierten Fahrerlager erleichterte die reibungslose und sichere Organisation erheblich. Die 120.000 Zuschauer, die trotz kalt-nassem Wetter am 12. Mai 1984 zum Eröffnungsrennen kamen, hatten viel zu stauen. An früher erinnerte die alt-ehrwürdige Holztribüne, die erst ab 1987 ersetzt wurde – ansonsten war alles getan worden, um den bei manchen Piloten einst gefürchteten Klang des Wortes „Nürburgring“ mit neuem Gehalt zu füllen: Als Inbegriff der modernen, sicheren Rennstrecke.

 

Dass auf ihr auch spannender Motorsport möglich ist, sollte mit einem besonderen Rennen demonstriert werden: Zum Eröffnungsrennen traten 21 identische Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 an, auf denen einige der besten Piloten der Zeit saßen. Ex-Formel-1-Weltmeister, Grand-Prix-Piloten und Nürburgring-Sieger kamen zusammen, um sich zu vergleichen. Das Ergebnis war wie gemacht für den Anlass: Mit Ayrton Senna siegte ein Pilot, dessen große Zeit erst noch kommen sollte – er war gerade erst in die Königsklasse aufgestiegen und holte erst 1988 den ersten seiner drei Weltmeistertitel. Der 24-jährige ging vor Niki Lauda über die Ziellinie, der in diesem Jahr den letzten seiner drei WM-Titel holte. Der drittplatzierte Carlos Reutemann hatte zwei Jahre zuvor seinen letzten Grand Prix absolviert. Auf dem Podium begegneten sich damit Vergangenheit und Zukunft.

Formel 1 und Tourenwagen begeisterten die Fans
Noch im Jahr der Wiedereröffnung fand das erste Formel-1-Rennen auf der neuen Strecke statt: Im Oktober 1984 siegte Alain Prost im McLaren-Porsche vor Ferrari-Pilot Michele Alboreto. Der Italiener drehte dafür ein Jahr später den Spieß um, als er beim Großen Preis von Deutschland nach 67 Runden als Führender vor Prost abgewinkt wurde. Es war der vorerst letzte Auftritt der Königsklasse in der Eifel – ab 1986 wechselte der Große Preis von Deutschland nach Hockenheim.

Was sich zur Krise hätte auswachsen können – der Weggang der publikumsträchtigsten Veranstaltung – erwies sich für den Ring als Chance. Schließlich wurde nicht nur in der Formel 1 zu dieser Zeit exzellenter Sport geboten. Schon im Juni 1984 hatte erstmals die gerade neu gegründete Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) auf dem Nürburgring gastiert. Sieger wurde Olaf Manthey, dessen persönliche Historie eng mit der Strecke verbunden bleiben sollte. Die Auftritte der DTM wurden zu einer festen Größe im Nürburgring-Kalender, und die Strecke stand in den folgenden Jahren häufig gleich mehrfach im Saisonkalender. Als Volltreffer erwies sich dabei der Start beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring: Die ab 1988 durchgeführten DTM-Läufe auf der Nordschleife werden zur Legende. Überhaupt ist die Historie der Serie und der Strecke eng miteinander verknüpft, ein besonderes Indiz ist die Gründung der ITR: Die DTM-Dachorganisation wird am 11. Juni 1986 im „Sporthotel Tribüne“ am Nürburgring gegründet.

Auch andere Veranstaltungen sorgen dafür, dass es auf dem frisch eingeweihten Nürburgring selten still wird. Dazu gehören zu diesem Zeitpunkt schon längst eingeführte Veranstaltungen, wie das 24h-Rennen oder der Oldtimer-Grand-Prix, die sich seit den 70er Jahren zu immer größeren Publikumsmagneten entwickeln. 1985 ertönen erstmals die E-Gitarren statt Rennwagen-Motoren, als „Rock am Ring“ Premiere feiert. Ein Jahr später röhrt es dann wieder ganz anders: Erstmals findet der Truck-Grand-Prix statt, der sich als enormer Anziehungspunkt für die Zuschauer erweist und neben dem Trucksport auch zum ausgewachsenen Festival der Country-Musik wird.

Fast unbemerkt kündigt sich auch schon die Formel-1-Zukunft an: Im Jahr 1987 holt ein junger Pilot seinen ersten Titel im Automobilsport. Der 18-jährige Kerpener Michael Schumacher gewinnt in diesem Jahr den Meistertitel in der Nachwuchsserie Formel König. Er wird eine Dekade später als Weltstar am Ring gefeiert.



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