Eine Familie, eine Leidenschaft: Motorsport. Schon der Vater von Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck – und Großvater von Johannes und Ferdinand – Hans Stuck (1900-1978) feierte unzählige Erfolge auf der Rennstrecke. Als Experte für Bergrennen verdiente er sich den Spitznamen „Bergkönig“. In seiner 40-jährigen Karriere gelangen Hans Stuck eindrucksvolle 411 Rennerfolge und sieben Grand-Prix-Siege.
Das Jahr 2011 läutet einen Generationswechsel ein. Hans-Joachims Söhne Johannes und Ferdinand haben den Motorsport ebenfalls für sich entdeckt und wollen in die Fußstapfen ihres Vaters treten. Beide sammelten bereits Erfahrung auf der Rennstrecke. In der aktuellen Saison geht das Trio als Team Stuck³ an den Start.
Das Highlight des Jahres ist das ADAC Zurich 24-Stunden-Rennen vom 23. bis 26. Juni 2011 auf dem Nürburgring.
Stuck³: Emotionaler „Strietzel“ Stuck bezwingt ein letztes Mal die Nürburgring-Nordschleife
Es war ein mehr als emotionaler Moment, als Hans-Joachim Stuck an diesem Sonntag um kurz nach 16 Uhr im Euromaster Lamborghini Gallardo des Teams Reiter Engineering über die Ziellinie kam. Ein letztes Mal hatte „Strietzel“ die berühmt-berüchtigte Nordschleife bezwungen, jene Rennstrecke, mit der ihn so viel verbindet. In diesem Moment ging die lange und erfolgreiche Karriere von Hans-Joachim Stuck endgültig zu Ende.
„Strietzel“ Stuck hatte sich das 24-Stunden-Rennen in der „Grünen Hölle“ als Bühne für seine Abschiedsvorstellung ausgesucht. Bei seinem letzten Auftritt erfüllte er sich gleichzeitig einen großen Traum – gemeinsam mit seinen Söhnen Johannes und Ferdinand an den Start zu gehen. Verstärkt wurde das Team Stuck³ durch Dennis Rostek. Die Zielvorgabe lautete, nach 24 Stunden anzukommen, egal auf welcher Position. Und dieses Vorhaben gelang.
Johannes und Ferdinand ließen es sich nicht nehmen, ihren „Papa“ gemeinsam mit Rostek am Parc Fermé abzuholen, wo die Autos nach der Zieldurchfahrt abgestellt werden mussten. Und nun brachen alle Dämme: Weinend vor Freude umarmten sich die vier Piloten immer wieder, minutenlang vergaßen sie den Trubel um sich herum.
SPORT1 hatte die Rennfahrer-Familie Stuck bereits im Vorfeld exklusiv begleitet und zeigt nun am 5. Juli als Abschluss der dreiteiligen Reportage-Reihe „TURBO – Die Reportage: Stuck3 – A Racing Dynasty“ natürlich auch noch einmal die Highlights des 24 Stunden-Rennens. Erleben Sie „Strietzels“ emotionalen Abschied in der Eifel noch einmal hautnah mit:
Hans-Joachim Stuck: „Es war ein ganz, ganz tolles und besonderes Rennen. Denn niemand von uns stand unter Druck. Wir haben alle einen super Job gemacht. Unsere Harmonie im Team mit Dennis, Johannes und Ferdinand war toll. Kompliment auch an Ferdinand, dass er die schnellste Runde gefahren ist. Er war in der Nacht super unterwegs. Sie waren beide großartig. Nun kann ich sagen: ‚Jetzt könnt ihr selber fahren‘. Denn jetzt kann ich ihnen nichts bei mehr beibringen, nun fahren sie am Nürburgring so gut wie ich. Ich werde ihnen natürlich weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen - aber für mich ist es jetzt rum.“
Johannes Stuck: „Kurz vor der Zieldurchfahrt war ich noch total erledigt, ich war so müde. Aber jetzt bin ich einfach nur noch glücklich und zufrieden. Ich glaube, das war ein toller Abschied für meinen Vater. Und wir haben ja alle ein paar Tränen vergossen, als wir ihn im Parc Fermé abgeholt haben.“
Ferdinand Stuck: „Es ist einfach ein super Gefühl. Wir hatten in den 24 Stunden kaum Schäden und keine Zwischenfälle. Mein Vater ist super happy, denn wir hatten von Anfang an klar gestellt, dass wir einfach nur ankommen wollen. Das haben wir geschafft, und darauf sind wir nun unheimlich stolz.“
Dennis Rostek: „Als mich Stucki angerufen und gefragt hat, ob ich die 24 Stunden mit dem Team Stuck³ bestreiten will, hat er einen großen Wunsch geäußert – nämlich anzukommen. Dafür hat er mich ins Team geholt. Und ich bin heilfroh, dass wir diesen Job erfüllt haben. Der 15. Platz ist für uns einfach wie ein Sieg. Es ist das erste Mal, dass ein Lamborghini bei so einem Rennen im Ziel angekommen ist, und es ist ganz, ganz toll.“