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Kategorie: 2017, Jubiläum
13.04.2017

Wiederaufbau in der Nachkriegszeit

Deutschland im Sommer 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende, das Land liegt in Trümmern. Aufräumen und die tägliche Suche nach genügend zu essen sind zunächst die großen Themen im besetzten Nachkriegsdeutschland. Fast niemand denkt in dieser Zeit an Motorsport. Man ist eher froh, wenn einem der Krieg noch ein Fahrrad gelassen hat, mit dem die Hamsterrunden deutlich größer ausfallen können als zu Fuß. Und doch: In der Eifel werden die Ärmel hochgekrempelt, am Nürburgring beginnt schon bald die Instandsetzung. Und es dauert nicht lange, bis sich auch begeisterte Motorsportler finden, die die ersten Rennen austragen wollen.

Erst kam das Aufräumen, dann der langsame Wiederaufbau – so war es auch am Nürburgring. Kaum noch etwas erinnerte in der frühen Nachkriegszeit an den großen Glanz der Silberpfeile und Silberfische aus den 30er Jahren. Die Rennstrecke war durch französische und amerikanische Panzer schwer in Mitleidenschaft gezogen, auch die Gebäude am Ring hatten gelitten. Einschusslöcher und zerstörte Fenster zeugten auch in der Eifelregion stumm von den Kriegshandlungen.

Würstchen und Kartoffelsalat für die Zuschauer
Doch schon zwei Jahre nach Kriegsende kommt wieder Bewegung an den Ring. Die in der Eifel zuständigen französischen Besatzungstruppen genehmigen 1947 einen neuen Fahrbahnbelag, und am 17. August – nur wenige Wochen nach dem 20. Geburtstag der Strecke – findet das erste Nachkriegsrennen, der „Eifelpokal für Motorräder“, auf der 7,7 Kilometer langen Südschleife statt. Für die zahlreichen Fans gibt es ein bisschen Abwechslung – und Würstchen mit Kartoffelsalat, im Eintrittspreis inbegriffen.

Die Formel 1 fährt ab 1951 am Nürburgring
Zwar dauert es danach zwei Jahre bis zum nächsten Rennen im Jahr 1949, aber schon 1950 findet auf der Nordschleife wieder ein Großer Preis von Deutschland für Automobile statt. Inzwischen hatte die deutsche Automobilindustrie wieder mit der Produktion begonnen, 1948 waren mit ONS und ADAC für den Rennsport wichtige Organisationen neu bzw. wieder gegründet worden. Und mit einem Jahr Verspätung gehörte ab 1951 der Große Preis von Deutschland auch zur neuen Formel-1-Fahrerweltmeisterschaft, die bis heute die Fans als „Königsklasse“ in ihren Bann zieht. Spätestens jetzt hieß es auch im deutschen Motorsport: „Wir sind wieder wer.“

Immer wieder aktuell: Streckensicherheit
Auch in den 50er Jahren wurden der legendären Nordschleife einige Schönheitskorrekturen zuteil, um sie sicherer zu machen. Dazu gehörte 1955 die Verbreiterung der Gegengeraden an Start und Ziel von acht auf zwölf Meter oder der Ausbau einiger Kurven sowie 50.000 qm neuer Asphalt. Ein Jahr später folgte – auch als Reaktion der Bundesländer nach der Tragödie 1955 in Le Mans – die Erstellung von Mindestanforderungen für die Sicherheit. Zusätzlich zu den jährlichen kleineren Anpassungen wurden dabei einige Streckenabschnitte wie Schwedenkreuz und Aremberg entschärft. Auch wenn es nicht immer zu einhelliger Freude bei Fahrern und Fans führte: Es machte den Motorsport auf dem extrem anspruchsvollen Kurs immer wieder sicherer und half damit letztlich, die Existenz der Strecke zu sichern.



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